Bonität

Für ein Unternehmen ist es wichtig und überlebensnotwendig, dass die Kunden regelmäßig und pünktlich ihre Rechnungen bezahlen. Geschieht dies nicht, droht die Gefahr einer Zahlungsunfähigkeit für das Unternehmen selbst. Für das Unternehmen ist es deshalb zweckmäßig und sinnvoll, einem Zahlungsausfall vorzubeugen, indem die Zahlungsfähigkeit – auch Bonität oder Kreditwürdigkeit genannt – des Kunden umfassend geprüft wird.

Diese Überprüfung wird in der Regel als Bonitätsprüfung bezeichnet. In diesem Zusammenhang wird auch von harten und weichen Negativmerkmalen gesprochen. Damit sind die Ergebnisse gemeint, die sich bei einer Bonitätsprüfung ergeben. Harte Negativmerkmale sind beispielsweise eine Haftanordnung, eine eidesstattliche Versicherung, Konkurs oder ein Vergleich, die bei einer Bonitätsprüfung entdeckt werden. Sind solche Merkmale bei einem Kunden vorhanden, kann dieser Kunde meist nicht gegen Zahlungsausfall versichert werden.

Wenn die Geschäftsbeziehung trotzdem aufrecht erhalten werden soll, bleibt nur eine Barzahlung oder eine Bankgarantie oder ein Akkreditiv bei Übergabe der Leistung. Werden bei einer Bonitätsprüfung weiche Negativmerkmale wie beispielsweise bekannte Zahlungszielüberschreitungen, kaufmännische Mahnverfahren oder Inkassoverfahren festgestellt, ist die Wahrscheinlichkeit eines Forderungsausfalls ebenfalls durchaus als hoch zu bewerten. Auch hier ist es unter Umständen ratsam, nur gegen Vorkasse zu liefern.

In Deutschland gibt es gesetzliche Vorgaben für die Kreditinstitute. Diese verpflichten die Kreditinstitute, dass sie sich regelmäßig über die wirtschaftlichen Verhältnisse ihrer Kreditnehmer einen Überblick verschaffen müssen. Das heißt, dass sie vom Kreditnehmer entsprechende Unterlagen anfordern können, um die Kreditwürdigkeit im laufenden Betrieb zu überprüfen. Der Kreditnehmer wiederum ist verpflichtet, die entsprechenden Unterlangen zur Verfügung zu stellen. Kommt er dieser Forderung nicht fristgemäß nach, ist das ein Auslöser für einen Kündigungsgrund.

Auf Basis der eingereichten und vorhandenen Unterlagen führt das Kreditinstitut dann eine Bonitätsprüfung online durch. Für solch eine Prüfung sind nur grobe Richtlinien vorgegeben. Wie und was im Detail geprüft wird, ist den einzelnen Kreditinstituten überlassen. Am Ende wird ein sogenanntes Ranking erstellt, worin ein Index festgelegt wird. Dieser beschreibt dann die Kreditwürdigkeit des Kreditnehmers.